Im fremdsprachlichen Unterricht spielt der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen eine große Rolle. Er definiert die sechs Sprachniveaus A1 - Anfänger, A2 – grundlegende Kenntnisse, B1 – fortgeschrittene Sprachverwendung, B2 – selbständige Sprachverwendung, C1 – fachkundige Sprachverwendung und C2 – annähernd muttersprachliche Kenntnisse.  Weltweit und in allen Sprachen werden damit Sprachkenntnisse sehr erfolgreich beschrieben, nachgewiesen und zertifiziert.

Der ehemalige MNU-Bundesvorsitzende Jürgen Langlet kam daher auf die Idee, auch einen Referenzrahmen für die MINT-Fächer zu entwickeln. Erste Ansätze wurden ab 2014 für das Fach Biologie realisiert. Bald wurden auch die Fächer Chemie und Physik einbezogen. Mittlerweile liegt der GeRRN - Gemeinsamer Referenzrahmen Naturwissenschaften in der 3. überarbeiteten Fassung vor. Für die Fächer Biologie, Chemie und Physik werden darin naturwissenschaftliche Kompetenzen auf den Niveaus A1, A2, B1, B1+ und B2 beschrieben.

Nach der Vorstellung des ersten GeRRN-Entwurfs wurde im März 2017 die Arbeit am GeRRI - Gemeinsamer Referenzrahmen Informatik begonnen. Das Projekt wurde als Kooperationsprojekt zwischen MNU und der Gesellschaft für Informatik (GI) durchgeführt. Nach fast dreijähriger Arbeit liegt nun GeRRI als gemeinsame Empfehlung der beiden Fachgesellschaften MNU und GI vor.

Der Referenzrahmen beschreibt, aufgeteilt in die Bereiche

  • Digitalisierung
  • Automatisierung
  • Informatiksysteme

wie Nutzung, Gestaltung und Reflexion digitaler Systeme mit der Kenntnis informa­tischer Grundkonzepte verwoben sind. Damit wird dargestellt, unter welchen Facetten Informatik zur Allgemeinbildung beiträgt: Weil sie Grundprinzipien und die Funktionsweise digitaler Systeme erklärt, ermöglicht sie deren verständige Nutzung, aber auch die Bewertung und Teilhabe an Entscheidungs­prozessen auf einer soliden fachlichen Basis. Sie befähigt dazu, die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Gesellschaft einzuschätzen und bewirkt so eine Aufklärung, die die aktive Teilhabe an der digitalen Welt erst ermöglicht. Damit geht der GeRRI deutlich über Bildungskonzepte hinaus, die lediglich eine Nutzung und kritische Reflexion digitaler Medien fordern.

Mit dem Gemeinsamen Referenzrahmen Informatik sind folgende Ziele verbunden:

  • Stärkung der Informatik als Kulturgut des Menschen
  • Stärkung der informatischen Allgemeinbildung
  • Kommunikationsrahmen für die fachdidaktische Diskussion
  • Orientierungsrahmen für die Entwicklung von Curricula und Bildungsmedien
  • Entwicklung von Zertifikaten informatischer Kompetenzen
  • Einschätzung des eigenen Kompetenzstands

Es muss sich zeigen, wie realistisch diese Ziele erreicht werden können und wie die Weiterent­wicklung des Referenzrahmens gelingen kann.

Gerhard Röhner
Mai 2020

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