Der Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) legt Ihnen anbei den Entwurf eines Gemeinsamen Referenzrahmens für die Naturwissenschaften vor, der in den letzten Monaten unter Mitwirkung vieler Kolleginnen und Kollegen entstanden ist. Mit diesem Vorschlag möchten wir die Diskussion europaweit anstoßen, wie auf Naturwissenschaften bezogene Bildung aussehen sollte.

Ausgangspunkt für die Erstellung eines solchen Referenzrahmens ist das Unbehagen und die relative Unzufriedenheit bei vielen Menschen, wenn sie an die Ziele und Inhalte des naturwissenschaftlichen Unterrichts denken. Nicht wenige von Ihnen werden sich auch schon gefragt haben, ob das fachliche schulische Lernen in den naturwissenschaftlichen Fächern unserer Schulen nachhaltig und anschlussfähig für die dann auf die Schülerinnen und Schüler zukommenden Anforderungen ist.

In dem vorliegenden Referenzrahmen ist daher nicht im Format eines Lehrplans niedergelegt, welche Inhalte im Unterricht gelernt und welche Kompetenzen erworben werden sollen, sondern vielmehr, welches Wissen und welche Fähigkeiten heute als relevant für die Teilhabe unserer Schülerinnen und Schüler am gesellschaftlichen Leben angesehen werden. Es bedarf wohl eines unvoreingenommenen Blickes, die Unterschiede in diesen beiden Herangehensweisen zu erkennen und wahrzunehmen.

Unserem Verband geht es mit dieser Initiative darum, die vielen Lerngegenstände der Naturwissenschaften auf ihre Zukunftsbedeutung für die jungen Menschen kritisch und konstruktiv zu hinterfragen. Dabei ist nicht beabsichtigt, die Lehrpläne in den Ländern umzuschreiben. Wohl aber ist es ein Ziel, das Bewusstsein für eine solche Herangehensweise bei allen Beteiligten zu schärfen, um die Schwerpunktsetzungen im eigenen Unterricht oder auch bei der Lehrplangestaltung neu zu definieren.

Der vorliegende Entwurf soll zum Nachdenken und zur Kommunikation beitragen. Wir laden Sie daher ein, diesen Entwurf in Ihrem Wirkungskreis zu diskutieren und sich mit den Beweggründen des MNU näher auseinander zu setzen, wie sie in der beiliegenden Publikation dargelegt sind.  Gern begrüßen wir Sie aber auch auf dem GeRRN-Symposium im Rahmen des MNU-Jahreskongresses in München vom 25. bis 29. März 2018 zu einem fruchtbaren Austausch.

Damit Ihre Mitglieder -insbesondere die Didaktiker/-innen der naturwissenschaftlichen Fächer - von diesem MNU-Projekt erfahren, bitten wir Sie, den mit dieser E-Mail zugesandten Hinweis in Ihrer Mitgliederzeitschrift bzw. einer Mitglieder-Rundmail o. ä. zu veröffentlichen.

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Kommentare  

# Martin Ernst Kraus 2018-01-24 11:13
Liebe MNU-Kolleginnen und Kollegen,

in der Schrift zum Referenzrahmen Naturwissenschaften wird zu Diskussionsbeiträgen aufgerufen; diese Debatte sollte eine hohe Priorität genießen.

Die Idee zum GeRRN finde ich bestechend: um mit den Sprachen gleichzuziehen, wird ein Pendant entwickelt. Ebenso halte ich es für wichtig, dass auch mittlere Referenzniveaus definiert werden - diese Aufgabe hat meines Wissens bisher kein Kerncurriculum geleistet. Und vielleicht kann ein europäischer Ansatz ja auch die fruchtlose deutsche Kleinstaaterei eingrenzen.

Das grundsätzliche Anliegen erscheint mir auch gut umgesetzt, indem für die Physik mit den Bereichen Materie (inkl. Atom- und Kernphysik), "Theorie" (anhand der Mechanik) und elektrischer Energie wichtige Domänen abgedeckt sind.

Im Folgenden werde ich argumentieren, dass der Referenzrahmen aber eine ungünstige Schlagseite zugunsten der physikalischen Konzepte aufweist. Damit erhalten die wesentlichen Fachmethoden: (a) Experimentieren, (b) Modellieren und (c) Mathematisieren ein zu geringes Gewicht.
Ich werde in den nachfolgenden Beiträgen jeweils diese Fachmethoden erläutern und durch Verbesserungsvorschläge im Detail einzugliedern versuchen. Doch auch schon jetzt lässt sich an den Operatoren ablesen, dass die eigentliche Handlungsebene nur selten erreicht wird: 13-fach sollen die Lerner nur "beschreiben", 4x "erklären/erläutern", nur 4x berechnen und 3x experimentell bestimmen. Hier fehlen klarere Positionierungen - in jedem Teilbereich sollte man experimentieren und berechnen, und es muss auch klar benannt werden, wann man modellieren soll.
In einer Revision müssen also die Operatoren systematisch geprüft werden; Ziel muss es sein, die Fachmethoden (a)-(c) entsprechend ihrem Stellenwert als Referenz festzulegen.

Mit freundlichen Grüßen,
Martin Ernst Kraus
Fachleiter Physik STS Göttingen
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# Kremer Matthias 2018-02-06 10:25
Lieber Herr Kraus,
meine Antwort zu Ihrem Beitrag finden Sie im GeRRN-Forum, das unter "Publikationen" zu finden ist.
Dort sollen die Kommentare zu einzelnen Textstellen und die Diskussionen zum GeRRN gesammelt werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Kremer
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