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Im Blog des MNU-Landesverbandes Rheinland-Pfalz machen wir aktuelle Themen, Hintergrundberichte und Diskussionen schnell für alle Mitglieder und Freunde sichtbar. Wir posten hier auch Interviews und interessante Links zu unterschiedlichen MINT-Themenfeldern. Ihr Feedback freut uns! Wir laden alle Leserinnen und Leser ein, sich konstruktiv und respektvoll an den Diskussionen zu beteiligen.

Konstruktives GEspräch im bildungsministerium

20201202 Bildungsministerium

Am 02. Dezember 2020 haben sich der Vorsitzende Herr Dr. Hug, sein Stellvertreter Herr Dr. Luggen-Hölscher und das Vorstandsmitglied Herr Dörr mit der Ministerin Frau Dr. Hubig und drei weiteren Angehörigen des Ministeriums, Frau Nolten-Heinrichs, Herrn Tschiedel und Herrn Tuldi, zum Informations- und Gedankenaustausch in Mainz getroffen. Wie bei dem vorhergehenden Treffen standen aktuelle Themen auf der Agenda: Die Informatik-Profil-Schulen, die Digitalisierung, die Förderung von Mädchen im MINT- Unterricht und die Lehrpläne für Naturwissenschaften in der Sekundarstufe II. Vorab erklärte sich Frau Dr. Hubig auf Anfrage durch Herrn Dr. Hug bereit, die Schirmherrschaft des MNU-Bundeskongresses 2022 in Koblenz zu übernehmen.

Zu Beginn des Gesprächs stellte der MNU-Landesvorsitzende mit Bedauern fest, dass nach der aktuellen Stundentafel für die Sekundarstufe I die MINT-Fächer je nach Schulform nur zwischen 25 und 28 % der Stunden abdecken. Die Forderung des MNU, dass 1/3 der Stunden den MINT-Fächern gehören solle, erlaube es, z. B. die Einführung des Pflichtfachs Informatik in der Sekundarstufe I – eine weitere Forderung des MNU – voranzutreiben. Aktuell sind 21 Informatik-Profilschulen an unterschiedlichen weiterführenden Schularten etabliert, in denen in diesem Schuljahr erstmals in der Jahrgangsstufe 5 Informatik als Pflichtfach unterrichtet wird. Die Ministerin informierte darüber, dass der Unterricht dann im nächsten Schuljahr auch im Rahmen der WPF-Orientierungsphasen an RS+ und IGS in 6 verpflichtend vorgesehen ist, bevor dann ab Jahrgangsstufe 7 im Wahlpflichtbereich ein Informatik-Zug bis zur Jahrgangsstufe 10 hochwächst. Eine Ausweitung auf weitere Schulen sei zurzeit nicht vorgesehen. Man möchte zunächst Erfahrungen mit diesem Profil sammeln. Darüber hinaus setzt auch der Mangel an Informatiklehrkräften einer größeren Ausweitung des Profils Grenzen. In diesem Zusammenhang konnte Herr Dr. Hug über die unmittelbar bevorstehende Besetzung einer neuen Informatik-Fachdidaktikprofessur an der Universität in Koblenz berichten, mit der die Informatiklehrerausbildung im Land intensiviert werde.

Die Digitalisierung der Schulen in Rheinland-Pfalz schreitet voran: Zurzeit laufen die Auslieferung der Endgeräte für die Schüler sowie der Prozess zur Umsetzung des Programms „Leihgeräte für Lehrkräfte“ (DigitalPakt IV). Ein Problem sieht der MNU in dem First-Level-Support der dann in großer Anzahl in den Schulen vorhandenen Endgeräte und der verschiedenen Anwendungen. Insbesondere wird befürchtet, dass informatik-affine Kolleginnen und Kollegen aus dem MINT-Bereich den zeitnahen Vor-Ort-Support wegen des Mangels an speziell qualifiziertem Personal zwangsläufig übernehmen müssen. Frau Dr. Hubig nimmt dieses Problem sehr ernst und verweist auf die gesteigerten Mittel des Landes für diesen Bereich – hier werden den Schulen aktuell sechs Millionen Euro jährlich für die Anwendungsbetreuung zur Verfügung gestellt, um Administrationslösungen zu finden, bei denen die Dienstleistung der System- und Anwendungsbetreuung „aus einer Hand“ durch Personal des Schulträgers oder eines externen Dienstleisters erfolgen kann.  Die Anwendungsbetreuung soll nicht zu Lasten der Unterrichtsversorgung insbesondere im Bereich des Informatikunterrichts gehen. Zusätzlich konnte Frau Dr. Hubig im Rahmen der Zusatz-Vereinbarung „Administration“ zum DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 noch 24 Millionen Euro aus Bundesmitteln gewinnen, mit denen hier zukunftsfähige Strukturen aufgebaut werden sollen.

Hinsichtlich der Personalversorgung wurde auch über den Seiteneinstieg von Fachleuten aus dem nichtschulischen Bereich gesprochen. Hierzu teilte die Ministerin mit, dass der Seiteneinstieg grundsätzlich weiterhin möglich ist, dass aber die Nachfrage seitens der Bewerber, aber auch seitens der Schulen aktuell gering sei. Darüber hinaus sieht das Ministerium den Einsatz vollausgebildeter Lehrer und Lehrerinnen als angemessener an.

Die Förderung der Mädchen im MINT-Unterricht ist für die Ministerin und den MNU ein wichtiges Thema. Die verschiedenen Ansätze dazu wurden kurz angesprochen, ein geschlechter-getrennter Unterricht ist nur einer davon. Die damit zum Teil großen organisatorischen Probleme in den Schulen wurden angesprochen. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass diese Unterrichtsorganisation in bestimmten Phasen sinnvoll sein kann, dass aber über den Einfluss der Lehrerinnen und Lehrer bei entsprechender Sensibilisierung ein größerer Effekt auch im Rahmen der Koedukation erreicht werden kann. Eine Sensibilisierung sieht der MNU zudem in der Gesellschaft und insbesondere bei den Eltern als notwendig an.

Seit Mitte des Jahres wurden die Lehrplankommissionen für die Naturwissenschaften in der Sekundarstufe II zusammengestellt und arbeiten. Die Lehrpläne werden an die neuen Bildungsstandards für das Abitur angepasst, die Bausteinstruktur bleibt erhalten, wie Herr Tschiedel, im Ministerium zuständig für die naturwissenschaftlichen Lehrpläne, informierte. Der MNU-Landesverband wird die Pläne voraussichtlich Ende nächsten Jahres begutachten können.

Das Gespräch mit Frau Ministerin Dr. Hubig fand in gewohnt entspannter und guter Atmosphäre statt. Es wurde vereinbart, den Informationsaustausch zwischen dem Landesverband und dem Ministerium auch weiterhin in diesem Rahmen zu pflegen.

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