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"Entdecken neuer Realitäten..."

Bericht über das Stipendium „Deutsches Museum München 2019“ des Landesverbands Rheinland-Pfalz des MNU e.V.

Erfreulicherweise konnten wir auch dieses Jahr wieder 14 Schülerinnen und Schülern, die im Frühjahr erfolgreich an den Regional- und Landesentscheiden „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ in Rheinland-Pfalz teilgenommen haben, die Möglichkeit zur Erkundung des Deutschen Museums in München geben. Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei der Berdelle-Hilge-Stiftung und dem Fonds der chemischen Industrie, welche diese Bildungsreise vom 09. bis 14. Juni finanziell unterstützt haben und uns dadurch die Möglichkeit der Vergabe dieses Sonderpreises im Rahmen des Wettbewerbs geben. Das Reisestipendium umfasst den Eintritt, ein ausgewähltes Programm im Deutschen Museum selbst, die Unterkunft im Kerschensteiner Kolleg des Deutschen Museums sowie die An- und Abreise mit der Bahn.

Nach einer angenehmen Anreise mittels ICE von Mannheim nach München und einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn zur Unterkunft im Museum, gab es durch den Leiter der Gruppe, Alexander Hug, einen ersten Rundgang zur Orientierung im Museum. Nach der Schließung des Museums wurden in Ruhe die Zimmer bezogen und anschließend bereits vorhandene Fragen und Regularien für die Woche geklärt. Mit einem Rundgang durch die Münchener Altstadt, anschließendem Abendessen, sowie dem Besuch eines Münchener Biergartens an der Isar wurde der Anreisetag abgerundet.

Pfingstmontag, der erste vollständige Tag des Programms, wurde durch eine Übersichtsführung in den Hauptabteilungen des Museums eingeleitet. Durch diese erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die verschiedenen Abteilungen. So wurde zum Beispiel in der Schifffahrtsabteilung die Thematik Kreuzfahrtschiffe kritisch beleuchtet und ein lebhafter Einblick in die beklemmende Atmosphäre auf den ersten U-Booten gegeben. In der Abteilung Musikapparate begab man sich auf die Spuren von Dr. Sheldon Cooper und seinem Theremin und bekam eine Kostprobe der technischen und klanglichen Entwicklung von Spinett zum Klavier, illustriert anhand der Titelmelodie von „Game of Thrones“. Nach einem kurzen Abstecher zu einem Flugsimulator, wurde in der Abteilung für Energietechnik per Muskelkraft der Strom für Radio, Licht, Fernseher und kochendes Wasser produziert, sodass ein Eindruck und Gefühl für Leistungen vermittelt werden konnte. Daran anschließend erfolgten ein Exkurs zur CO2-Produktion durch den Menschen, sowie ein Ausflug in das Thema Licht und Wellenlängen. Abgeschlossen wurde der Rundgang durch eine Vorführung an der weltbekannten Hochspannungsanlage in der Starkstromabteilung. Die Schülerinnen und Schüler konnten anschließend für den Rest des Tages die Ausstellungen und Exponate in Eigenregie erkunden. Der Tag wurde mit einem Ausflug in das Michaelibad abgeschlossen.

Nach einer offiziellen Begrüßung durch Frau Kühnholz-Wilhelm vom Kerschensteiner Kolleg am Dienstagmorgen, die im Vorfeld seitens des Museums die Vorbereitungen für die Woche getroffen hat, folgte ein Besuch des DNA-Labors im Zentrum neuer Technologien. Hier wurden nicht nur die theoretischen Grundlagen der Transkription und Translation unseres genetischen Codes gelegt und durch thematisch bezogene, humoristische Einlagen witzig und anschaulich verpackt, sondern auch das eigene Genom aus den Zellen der Mundschleimhaut extrahiert. Die durch mehrere lysierende Schritte und durch die Zugabe von Spiritus sichtbar gemachte DNA konnte anschließend in ein kleines Behältnis pipettiert und als Erinnerung mit nach Hause genommen werden. Am Nachmittag stand eine Führung durch die Informatikabteilung auf dem Programm. In dieser sehr informativen und kurzweiligen Führung wurde die Entwicklung der Rechenmaschinen ausgehend vom Abakus bis zu den Computern nachgezeichnet. Hierbei wurden unter anderem die Verschlüsselungsabteilung, in der noch eine Original-Enigma aus dem 2. Weltkrieg ausgestellt ist, und der Nachbau der berühmten Zuse Z3 vorgestellt. Das Ende der Zeitreise stellten schließlich die Supercomputer und deren Rechenleistung dar. Abgerundet wurde der Tag durch den Besuch der Bayrischen Volkssternwarte München. Trotz fortgeschrittener Uhrzeit folgten die Teilnehmenden sehr interessiert einer sehr lebhaften Führung durch eine kleine Ausstellung unseres Sternensystems und einer Vorführung im Planetarium. Die auf dem Dach angebrachten Teleskope konnten aufgrund des wolkenbedeckten Himmels leider nicht genutzt werden, sodass dort leider nur theoretische Inhalte ergänzt um Aufnahmen früherer Beobachtungen erläutert worden sind.

Der Mittwoch wurde mit spannenden Experimenten rund um flüssigen Stickstoff eingeleitet. Neben gefrorenen Luftballons und Flummibällen wurden auch Seifenblasen mit Stickstoff behandelt. Der Höhepunkt dieser Vorführung war jedoch ein Supraleiter, der mit Hilfe des Stickstoffes über eine Schiene schweben konnte. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler Experimente erleben, die mit schulischen Mitteln leider nicht zu realisieren sind. Zudem konnte kurzfristig eine Science Show zum Thema „Musik“ von der Hauptabteilung Bildung organisiert werden. Die Gruppe führte im Rahmen dieser Vorstellung verschiedene Experimente zur Tonerzeugung durch. Neben einer gemeinsamen Performance von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ wurde unter anderem die Schallübertragung von Knochen mittels einer Stimmgabel hörbar gemacht, sowie ein eigenes Instrument aus einem Strohhalm gebastelt. Die restliche Zeit des Tages wurde von den Schülerinnen und Schülern wieder zu Eigenstudien genutzt. Einige der Teilnehmenden nutzen diese Zeit, um einen Ausflug in die Flugwerft Schleißheim zu unternehmen. Der Abend stand zur freien Verfügung, sodass die Gruppen unterschiedliche Dinge, wie z. B. den Besuch der Allianz-Arena, unternahmen.

Mit einem Besuch des VR-Lab begann der Donnerstag mit einer Neuheit für den MNU-Stipendiatenkurs, denn die Ausstellung ist erst seit weniger als einem Jahr eröffnet. Damit jeder die Möglichkeit hatte, die VR-Brille aufzusetzen und neue Realitäten zu entdecken, wurde die Gruppe zweigeteilt. Neben der Erkundung einer virtuellen Dampfmaschine, dem ersten Benz und der Teilnahme an dem Flug von Otto Lilienthal, bestand die einmalige Möglichkeit auf der Mondoberfläche eine Runde Golf zu spielen. Leider war der Fahrsimulator für den Mars Rover defekt und konnte nicht ausprobiert werden. Den Rest des Tages konnten die Schülerinnen und Schüler wieder für eigene Erkundungen im Museum nutzen. Viele der Teilenehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Zeit zur ausführlichen Beschäftigung mit ihrer Hausarbeit, die zu einem Thema oder einem ausgewählten Exponat im Haus angefertigt werden kann. Erfolgreiche und sehr gute Arbeiten werden einmal im Jahr seitens des Museum prämiert. Am letzten Abend der Reise konnten die Schülerinnen und Schüler nach einem gemeinsamen Pizzeria-Besuch in Kleingruppen die Münchner Innenstadt aufsuchen, um auf eigene Faust z. B. verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden.

Der letzte Tag wurde durch eine Übersichtsführung in der Pharmazieabteilung begonnen. Ausgehend von der Entwicklung pflanzlicher Heilmittel über die industrielle Produktion von Medikamenten, standen der Zellaufbau und ausgewählte Erkrankungen im Vordergrund. Die restliche Zeit, bis zum Aufbruch um 13.30 Uhr, wurde von den Schülerinnen und Schülern noch ein letztes Mal genutzt, um sich frei im Museum zu bewegen. Am späten Nachmittag traf die Gruppe nach einer letzten gemeinsamen Zeit im ICE wieder in Mannheim ein. Die Schülerinnen, Schüler und Betreuer konnten nun, überwältigt von den vielen Eindrücken des Deutschen Museums und von München, auf eine aufregende und lehrreiche Woche zurückblicken.

 

[Marco Böhm]

 

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