„Der MNU soll mir permanent Aktualisierungen und Impulse für meine Arbeit bieten.“

Dr. Sven Sommer,
Lehrer für Chemie und Physik

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Der MNU ist ein renommierter MINT-Fachverband, der von Lehrenden für Lehrende gegründet wurde. Deshalb konzentrieren wir uns neben aktuellen Fragestellungen in den Bereichen Gesellschaft, Lehre, Umwelt und Technologien besonders auf die mathematischen und naturwissenschaftlichen Schulfächer, die unsere Mitglieder täglich unterrichten.

In jedem Fachbereich finden Sie kompetente und erfahrene Lehrerinnen und Lehrer als MNU-Ansprechpartner. Die Leiterinnen und Leiter der Fachbereiche ermöglichen Ihnen praxiserprobte Fortbildungen mit fähigen Referenten, interessante Fachtagungen und Kongresse, relevante Beiträge im MNU-Journal und aktuelle Diskussionen, die Sie online und real führen können.

Werden Sie ein aktiver Teil des MNU und bereichern Sie diese Gemeinschaft zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts mit Ihrer Erfahrung und Ihrem Wissen.

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Fachbereich Mathematik

Mnu-Positionen zum Zeitgemäßen Mathematik-unterricht

In einer hochtechnisierten Gesellschaft wie der unseren muss eine fundierte mathematische und naturwissenschaftliche Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein. Am Ende ihrer schulischen Laufbahn sollten die jungen Menschen in der Lage sein, Mathematik verständig zu nutzen. Dazu werden ihnen im Unterricht Grunderfahrungen ermöglicht. Sie sollen …

  • Erscheinungen aus Natur, Gesellschaft und Kultur, die uns alle angehen oder angehen sollten, in einer spezifischen Art wahrnehmen und verstehen.
  • mathematische Gegenstände und Sachverhalte, repräsentiert durch Sprache, Symbole, Bilder und Formeln, und geistiger Schöpfungen, als eine deduktiv geordnete Welt eigener Art kennenlernen und begreifen.
  • in der Auseinandersetzung mit Aufgaben Problemlösefähigkeiten erwerben, die über die Mathematik hinausgehen (heuristische Fähigkeiten) erwerben.

Die Umsetzung dieser Grunderfahrungen, die mittlerweile Basis nahezu aller Lehrpläne sind, erfordert einerseits einen angemessenen Rahmen für den Mathematikunterricht, andererseits eine solide fachliche und didaktische Aus- und Weiterbildung der Lehrenden. Nur so können Unterrichtsinhalte verständlich und fachlich qualifiziert vermittelt, Talente erkannt und gefördert und die Sinnhaftigkeit mathematischer Problemstellungen kompetent moderiert werden.

Mathematik sollte in der Sekundarstufe I durchgehend mindestens vierstündig unterrichtet werden. Darüber hinaus muss mindestens ein Drittel der Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung im Bereich Mathematik verwendet werden - sowohl von Basiskompetenzen wie auch zur Exzellenzförderung.

Eine wichtige Forderung des MNU ist die angemessene Berücksichtigung digitaler Medien. Zeitgemäßer Mathematikunterricht muss die von digitalen Medien geprägte Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern berücksichtigen. Sie so einzusetzen, dass sie zum Erwerb einer angemessenen Grundbildung beitragen, ohne dabei grundlegende Arbeitsweisen zu vernachlässigen, ist ein wichtiges Anliegen der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Zur Verbesserung des Mathematikunterrichtes selbst bietet der MNU für die Lehrerinnen und Lehrer in vielfältiger Weise Unterstützung an. Anregungen zur Entwicklung eines kompetenzorientierten Unterrichts, Beispiele für schüleraktivierenden Unterricht sowie Vorschläge für schüleraktivierende Zugänge finden Interessierte bei den regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen und in unseren Schriften.

Stefan Burghardt

Stefan Burghardt

MNU-Vorstandsrat, Mathematik

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3 4 Biologie 1200x400 72ppi

Fachbereich Biologie

Position des Mnu zum zeitgemäßen Biologie-Unterricht

In einer hochtechnisierten Gesellschaft wie der unseren muss eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein. Am Ende ihrer schulischen Laufbahn sollten die jungen Menschen in der Lage sein, bei naturwissenschaftlichen und technologischen Fragestellungen verantwortungsbewusst und verantwortungsvoll zu handeln. Auf eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Biologie, einer anderen Naturwissenschaft oder Technik sollten sie ausreichend vorbereitet sein.

Dies erfordert einerseits einen angemessenen Rahmen für den Biologieunterricht, andererseits eine solide fachliche und didaktische Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals. Nur so können Unterrichtsinhalte verständlich und fachlich qualifiziert vermittelt, Talente erkannt und gefördert und die Sinnhaftigkeit biologischer Problemstellungen und Lösungen kompetent moderiert werden.

Die Biologie bietet mehr als eine solide Grundausbildung für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler und einem Grundverständnis für die Funktionsweise der Lebewesen und des menschlichen Körpers. Die Beschäftigung mit biologischen Fragestellungen fördert das gesamte Kompetenzspektrum. Arbeitsweisen wie das Beobachten und Beschreiben von Vorgängen und Versuchsabläufen, die Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten, das Modellieren von Phänomenen sowie das selbstständige Erarbeiten und Zusammenfassen neuer Erkenntnisse werden stringent und aufbauend erlernt.

Dabei steht die Biologie nicht allein. Fachlich ist sie eng an die beiden Naturwissenschaften Chemie und Physik gekoppelt. Mit zunehmender Dauer des Biologieunterrichts werden Gesetzmäßigkeiten mathematisiert, Theorien hinterfragt, Errungenschaften beurteilt, wie z. B. gentechnische Verfahren unter ethischen Gesichtspunkten bewertet. Historische, gesellschaftliche und ökonomische Aspekte werden einbezogen um nachzuvollziehen, wie eine Naturwissenschaft wie die Biologie zu ihren Erkenntnissen gelangt, welche Konsequenzen ihre Ergebnisse hatten und haben und wie diese Erkenntnisse das Leben der Menschen beeinflussen. Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird gefördert, um Sachverhalte klar und deutlich benennen zu können. 

Informatorische Kenntnisse werden benötigt, um Berechnungen auszuführen, Auswertungen effektiver zu gestalten und die neuen Medien sicher und planvoll zu verwenden. Das strukturierte Arbeiten, schlüssiges Argumentieren sowie das konsequente Anwenden von Methoden und Werkzeugen sind Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches naturwissenschaftliches Arbeiten, das im Biologieunterricht immer wieder geübt und weiterentwickelt wird.

Eine Forderung des MNU ist eine feste Verankerung des Faches Biologie in den Stundentafeln des Sekundarbereichs I mit durchgehend mindestens zwei Wochenstunden ab Jahrgangsstufe 7. 

Das in einigen Bundesländern eingeführte Fach „Nawi“ betrachten wir nur im Übergang von der Primarstufe zur Orientierungsstufe als einen möglichen Lösungsansatz. Für die Sekundarstufe II fordert der MNU, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens zwei Naturwissenschaften belegen muss und dass die Möglichkeit gegeben ist, sein Abitur in zwei Naturwissenschaften ablegen zu können.

Zur Verbesserung des Biologieunterrichtes selbst bietet der MNU für die Lehrkräfte in vielfältiger Weise Unterstützung an. Anregungen zur Entwicklung eines kompetenzorientierten Unterrichts, Beispiele für schüleraktivierenden Unterricht sowie Vorschläge für experimentelle Zugänge finden Interessierte bei den regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen und in den zahlreichen Veröffentlichungen in unserer Fachzeitschrift.

Eine fundierte, qualitativ hochwertige Bildung im Fach Biologie muss die gesamte Lernzeit der Kinder im Auge haben. Sie beginnt also im Kindergartenalter, erfordert definierte Standards beim mittleren Bildungsabschluss und ermöglicht das Erreichen von qualifizierten Fachkenntnissen für eine möglichst breite Schülerschaft in der Sekundarstufe II.

Ziel ab der Grundschule muss es sein, regelmäßig Themen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich zu behandeln, mit den Schülern und Schülerinnen einfache Experimente durchzuführen und Beobachtungen zu beschreiben. Auch kann die Verwendung einiger passender Fachbegriffe geübt werden.

In der Sekundarstufe I ist die kindliche Entwicklung kognitiv so weit fortgeschritten, dass man die Lernenden Schritt für Schritt an eine strukturierte Arbeitsweise heranführen kann. Experimente können dann schon selbstständig geplant und Beobachtungen klarer formuliert werden, eventuell unterstützt durch mediale Präsentationstechniken. In manchen Bundesländern ist es Aufgabe des noch relativ jungen Faches „NaWi“, diese Vorstufe zum Biologieunterricht zu realisieren.

Ab dem 12. Lebensjahr kann das spielerische, oftmals entdeckende Lernen mehr und mehr durch ein strukturiertes Entwickeln der Basiskonzepte abgelöst werden. Der MNU war führend an der Einführung von Basiskonzepten in den Biologieunterricht beteiligt. Die Biologie hat gegenüber den anderen MINT-Fächern durch die Humanbiologie den Vorteil, besonders während der Pubertät auf besonderes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern zu stoßen. Dabei sind Alltagsvorstellungen, durch den MNU wesentlich didaktisch vorangetrieben, zu nutzen. Nur ein fachlich und didaktisch hochqualifiziertes Lehrpersonal kann jedoch diesen und den weiteren gestiegenen Anforderungen gewachsen sein. Sicherlich geht es darum, möglichst viele Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II für die Weiterführung ihrer naturwissenschaftlichen Bildung zu interessieren und sich dafür gut gerüstet zu fühlen.

Denkt man an die ständige Wiederholung der Forderung nach mehr Fachkräften in technischen Berufen, darf es eigentlich keine Frage sein, dass es in der Sekundarstufe II erweiterte Angebote für Biologie, Chemie und Physik geben muss. Mit der Forderung, dass zwei Naturwissenschaften zu belegen sind und als Prüfungsfächer gewählt werden können, kann die Grundlage dafür geschaffen werden, damit eine zunehmende Zahl an Absolventen ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium als interessant und machbar betrachten.

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Raimund Leibold

MNU-Vorstandsrat, Biologie

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Fachbereich Chemie

MNU-Positionen zum zeitgemäßen Chemie-Unterricht

Junge Menschen zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen bedeutet, ihnen eine reflektierte Teilhabe an der modernen Welt zu ermöglichen. Dazu gehört auch, die Bedeutung der Chemie für das Verstehen der Welt aufzuzeigen. Dies ist ohne eine naturwissenschaftliche Grundbildung nicht möglich. Damit ist nicht nur das zur Alltagsbewältigung notwendige Wissen gemeint, sondern spätestens in der Sekundarstufe I auch beginnendes Verständnis für chemische Strukturen und vertiefte stoffliche Vorgänge in Natur und Technik. Moderne Allgemeinbildung ist unvollständig ohne einen Einblick in die Kulturleistung, die von Chemikerinnen und Chemikern erbracht wurde und wird. Kompetenzen auf chemischem Gebiet sollen daher in jeder Schulform in ausreichendem Umfang erworben werden.

Die Chemie zeichnet sich durch den Wechsel zwischen Bearbeiten und Beobachten auf stofflicher Ebene und dem Denken in submikroskopischen Modellen mit Verwendung einer eigenen Symbolsprache aus. Daneben sind das zunehmend strukturierte und zielgerichtete Vorgehen beim forschenden Experimentieren und der Erwerb manueller Fähigkeiten beim praktischen Umgang mit Geräten und Stoffen von Bedeutung. Der Zugang zur abstrakten Welt der Formeln und Modelle ist aber nur möglich und motivierend, wenn die kognitiven Voraussetzungen dazu bei den Schülerinnen und Schülern gegeben sind. Ein zu frühes und zu schnelles Vorgehen in diesem Bereich ist nicht hilfreich.

Die bereits 1989 in den MNU-Lehrplanempfehlungen formulierten Prinzipien für den Chemieunterricht finden sich in aktuellen Forderungen für guten Unterricht:

  • Schülervorstellungen berücksichtigen – durch Diagnose und Förderung
  • Kommunikationsfähigkeit entwickeln – kooperative Lern- und Arbeitsformen praktizieren
  • Komplexes Denken üben – Aufgaben mit individualisierenden Lernimpulsen einsetzen

Neben der Fachstruktur stehen als gleichberechtigte Strukturelemente des Unterrichts diejenigen Themenbereiche, durch die Lernende Anwendungen und Zusammenhänge erschließen und die den Stellenwert der Chemie bei der Entwicklung von Kultur, Technik und Gesellschaft berücksichtigen.

  • Chemieunterricht zeichnet sich aus durch:
  • das Lernen in variablen Arbeitsformen
  • problemorientiertes Erschließen neuer Erkenntnisse, auch unter Nutzung moderner elektronischer Medien
  • Einüben spezifischer Methoden der Erkenntnisgewinnung mit Diskussion ihrer Grenzen
  • Diagnostizieren von „Schlüsselstellen“ chemiespezifisch-kognitiver Entwicklung
  • stetes sowie fantasievolles und dadurch variantenreiches Üben.

Dazu ist den Lehrkräften ausreichend Zeit zur Verfügung zu stellen.

Eine Forderung des MNU ist die feste Verankerung des Faches Chemie in den Stundentafeln des Sekundarbereichs I mit durchgehend mindestens zwei Wochenstunden ab Jahrgangsstufe 7. Für die Sekundarstufe II fordert der MNU, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens zwei Naturwissenschaften belegen muss und dass die Möglichkeit gegeben ist, sein Abitur in zwei Naturwissenschaften abzulegen.

Wichtig sind zudem außerunterrichtliche Angebote: Kontakte zu Experten in Wirtschaft und Forschung verknüpfen Gelerntes mit der Realität und Lebenswelt.

Judith Wambach Laicher

Dr. Judith Wambach-Laicher

MNU-Vorstandsrat, Chemie

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Fachbereich Physik

MNu-Positionen zum zeitgemäßen Physik-Unterricht

In einer hochtechnisierten Gesellschaft wie der unseren muss eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein. Am Ende ihrer schulischen Laufbahn sollten die jungen Menschen in der Lage sein, bei naturwissenschaftlichen und technologischen Fragestellungen verantwortungsbewusst und verantwortungsvoll zu handeln. Auf eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Physik, einer anderen Naturwissenschaft oder Technik sollten sie ausreichend vorbereitet sein.

Dies erfordert einerseits einen angemessenen Rahmen für den Physikunterricht, andererseits eine solide fachliche und didaktische Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals. Nur so können Unterrichtsinhalte verständlich und fachlich qualifiziert vermittelt, Talente erkannt und gefördert und die Sinnhaftigkeit physikalischer Problemstellungen und Lösungen kompetent moderiert werden.

Die Physik bietet dabei jedoch mehr als eine solide Grundausbildung für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler. Neben den fachlichen Lerninhalten fordert und fördert sie weitere Kompetenzen. Wie kaum in einer anderen Naturwissenschaft werden in der Physik typische Arbeitsweisen wie das Beobachten und Beschreiben von Vorgängen und Versuchsabläufen, die Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten, das Modellieren von Phänomenen sowie das selbstständige Erarbeiten und Zusammenfassen neuer Erkenntnisse stringent und aufbauend erlernt. Dabei steht die Physik nicht allein: Fachlich ist sie eng an die anderen Naturwissenschaften Biologie und Chemie gekoppelt.

Mit zunehmender Dauer des Physikunterrichts werden Gesetzmäßigkeiten mathematisiert und die Mathematik als eine Sprache erfahren, die präzise und eindeutig Zusammenhänge darstellen kann. Historische, gesellschaftliche und ökonomische Aspekte werden einbezogen, um nachzuvollziehen, wie eine Naturwissenschaft wie die Physik zu ihren Erkenntnissen gelangt, welche Konsequenzen ihre Ergebnisse hatten und haben und wie physikalische Erkenntnisse das Leben der Menschen beeinflussen. Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird gefördert, um Sachverhalte klar und deutlich zu benennen.

Informatorische Kenntnisse werden benötigt, um Berechnungen auszuführen, Auswertungen effektiver zu gestalten und die neuen Medien sicher und planvoll zu verwenden. Strukturiertes Arbeiten, schlüssiges Argumentieren sowie konsequentes Anwenden von Methoden und Werkzeugen sind Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches naturwissenschaftliches Arbeiten, die gerade im Physikunterricht immer wieder geübt und weiterentwickelt werden.

Eine Hauptforderung des MNU ist die feste Verankerung des Faches Physik in den Stundentafeln des Sekundarbereichs I mit durchgehend mindestens zwei Wochenstunden ab Jahrgangsstufe 7.

Fächerverbünde wie etwa „Nawi“, die den bestehenden Physiklehrkräftemangel kaschieren wollen, erteilen wir eine deutliche Absage, ohne den Sinn eines solchen Faches an sich infrage zu stellen. 

Vor diesem Hintergrund sieht sich der MNU nicht imstande, den durchaus berechtigten Wunsch nach eigenständigen Fächern wie Astronomie und Technik zu unterstützen. Die ablehnende Haltung ist mit der Sorge begründet, dass die Schaffung neuer Fächer bzw. Fächerverbünde, die nahe zur Physik stehen, zum jetzigen Zeitpunkt mit einer Kürzung der angegebenen Physikstunden einhergehen würde. Dies würde in den Augen des MNU nicht zu einer Stärkung der erwähnten neuen Fächer führen, da unabdingbare inhaltliche Voraussetzungen aus der Physik bei einer Stundenkürzung kaum bis gar nicht mehr geleistet werden könnten.

Für die Sekundarstufe II fordert der MNU, dass jede Schülerin und jedem Schüler mindestens zwei Naturwissenschaften belegen muss und dass die Möglichkeit gegeben ist, sein Abitur in zwei Naturwissenschaften abzulegen.

Zur Verbesserung des Physikunterrichtes selbst bietet der MNU in vielfältiger Weise Unterstützung für die Lehrkräfte an. Anregungen zur Entwicklung eines kompetenzorientierten Unterrichts, Beispiele für schüleraktivierenden Unterricht sowie Vorschläge für experimentelle Zugänge finden Interessierte bei den regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen und in den zahlreichen Veröffentlichungen unserer Fachzeitschrift.

Ein fundierte, qualitativ hochwertige Bildung im Fach Physik muss die gesamte Lernzeit der Kinder im Auge haben, beginnt also im Kindergartenalter, erfordert definierte Standards beim mittleren Bildungsabschluss und ermöglicht das Erreichen qualifizierter Fachkenntnisse für eine möglichst breite Schülerschaft in der Sekundarstufe II.

Im Vorschulbereich sollte das Beobachten und Ausprobieren einfacher physikalischer Experimente integraler Bestandteil sein. Für diesen Bereich gibt es gute Angebote, es fehlt aber häufig das naturwissenschaftlich ausgebildete Personal.

Im Grundschulbereich werden teilweise physikalische Themen behandelt, Häufigkeit und Qualität dieser Einheiten hängen aber noch viel zu sehr von der Ausbildung der jeweiligen Lehrkraft ab. Hier könnte - ähnlich wie Deutsch oder Musik - Physik als mögliches Vertiefungsfach beim Lehramtsstudium große Fortschritte bringen. Ziel muss es sein, regelmäßig Themen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich zu behandeln, mit den Schülern einfache Experimente durchzuführen und Beobachtungen zu beschreiben. Auch könnte die Verwendung einiger passender Fachbegriffe geübt werden.

In der Sekundarstufe I ist die kindliche Entwicklung kognitiv so weit fortgeschritten, dass man die Lernenden Schritt für Schritt an eine strukturierte Arbeitsweise heranführen kann. Experimente können selbstständig geplant und Beobachtungen klarer formuliert werden, eventuell unterstützt durch mediale Präsentationstechniken. Ein erstes Grundverständnis für physikalische Gesetzmäßigkeiten wird erarbeitet. In manchen Bundesländern ist es Aufgabe des noch relativ jungen Faches „NaWi“, diese Vorstufe zum Physikunterricht zu realisieren. Der Fachbereich Physik des MNU sieht diese Entwicklung mit Skepsis, da der „NaWi“-Unterricht durch den Mangel an Physiklehrkräften vielerorts von Lehrkräften der Fächer Biologie oder Chemie übernommen wird - natürlich mit anderer Schwerpunktsetzung. Wir wehren uns dagegen, dass das Fach „Nawi“ herangezogen wird, um das strukturelle Lehrkräfte-Problem im Fach Physik zu lösen.

Ab dem 14. Lebensjahr kann das spielerische entdeckende Lernen mehr und mehr durch ein strukturiertes Entwickeln von Ursache und Wirkung abgelöst, die Physik in die verschiedenen Teilbereiche aufgetrennt und mathematische Methoden zunehmend integriert werden. Dies ist erfahrungsgemäß die Phase, in der viele Schülerinnen und Schüler, zusätzlich verstärkt durch die Pubertät, das Interesse an der Physik zu verlieren drohen. Gerade zu diesem Zeitpunkt sind die Lehrenden besonders gefordert, das Interesse zu halten, weiterhin zu wecken und die Inhalte in einem für den Großteil der Schüler angemessenen Schwierigkeitsgrad zu unterrichten, ohne die Vermittlung eines fundierten Verständnisses für diese Naturwissenschaft zu vernachlässigen.

Nur ein fachlich und didaktisch hochqualifiziertes Lehrpersonal ist diesen Anforderungen gewachsen schließlich geht es darum, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II an einer Weiterführung ihrer naturwissenschaftlichen Bildung interessiert sein sollen und sich dafür gut gerüstet fühlen. Denkt man an die häufige Wiederholung der Forderung nach mehr Fachkräften in technischen Berufen, darf es eigentlich keine Frage sein, dass es in der Sekundarstufe II erweiterte Angebote für Physik, Chemie und Biologie geben muss. Die Forderung, obligatorisch zwei Naturwissenschaften in der Oberstufe zu belegen und diese als Prüfungsfächer wählen zu können, kann die Grundlage dafür bilden, dass eine zunehmende Zahl an Absolventen ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium als interessant und machbar betrachtet.

Birgit Eisner

Birgit Eisner

MNU-Vorstandsrat, Physik

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fachbereich Informatik

MNu-Positionen zum zeitgemäßen Informatikunterricht

Das Fach Informatik leistet einen wesentlichen Beitrag zur Allgemeinbildung, da es sich mit den Grundlagen und Anwendungen von Informatiksystemen beschäftigt und die Lernenden somit auf die Bewältigung zukünftiger Lebenssituationen in einer hochgradig von Informatiksystemen durchdrungenen Gesellschaft vorbereitet. Wesentliches Ziel des Informatikunterrichts ist die Entwicklung informatischer Kompetenzen, welche den Lernenden weitergehende Möglichkeiten zur gleichberechtigten und aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bieten und im wissenschaftspropädeutischen Sinne auf Studium oder Ausbildung in der Informationsgesellschaft vorbereiten.

Allgemeinbildend kann das Fach nur wirken, wenn es in der Sekundarstufe I angeboten und von entsprechend ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet wird. Eine informationstechnische Grundbildung (ITG/IKG) oder in Fächer integrierte Angebote reichen dafür nicht aus. Zusammen mit der Gesellschaft für Informatik (GI) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) fordert der MNU in einem gemeinsamen Memorandum daher durchschnittlich zwei Wochenstunden Unterricht im Bereich Informatik und Technik pro Schuljahr in der Sekundarstufe I.

In den letzten Jahren sind sehr viele MINT-Initiativen entstanden. Sie deuten darauf hin, dass in der schulischen Bildung deutliche Defizite vorhanden sind. Die MINT-Fächer werden ungenügend berücksichtigt, insbesondere informatische und technische Bildung sind weitgehend ausgeklammert. Dagegen haben an den Gymnasien die Sprachen einen hohen Stundenanteil. Im genannten Memorandum fordern GI, VDI und der MNU daher, dass den MINT-Fächern in der Sekundarstufe I aller Schulformen mindestens ein Drittel aller Unterrichtsstunden eingeräumt wird.

Zeitgemäßer Informatikunterricht orientiert sich an den Grundsätzen und Standards für die Informatik in der Schule – Bildungsstandards Informatik für die Sekundarstufe I - welche unter Federführung eines MNU-Mitglieds und Beteiligung weiterer MNU-Mitglieder entwickelt und 2008 von der Gesellschaft für Informatik veröffentlicht wurden. Die Strukturierung der Standards nach Prozess- und Inhaltsbereichen, sowie die Verdeutlichung der Standards durch Unterrichtsbeispiele unterstützen die Lehrkräfte bei der Umsetzung in einem kompetenzorientierten Unterricht.

Für die Sekundarstufe II fordert der MNU, dass durchgehend bis zum Abitur mindestens zwei der Fächer Biologie, Chemie und Physik verpflichtend zu belegen sind und als Prüfungsfächer gewählt werden können. Die zweite Naturwissenschaft kann durch Informatik ersetzt werden, sofern der Unterricht von dafür ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen erteilt wird. Aktuell ist der MNU federführend an der Entwicklung von Bildungsstandards Informatik für die Sekundarstufe II beteiligt. Darüber hinaus wirken MNU-Mitglieder in den Bundesländern an der Entwicklung von Kerncurricula mit.

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Gerhard Röhner

MNU-Vorstandsrat, Informatik

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Fachübergreifender Unterricht

MNU-Positionen zum zeitgemäßen fächerübergreifenden Unterricht

In einer hoch technisierten Gesellschaft wie der unseren muss eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein. Am Ende ihrer schulischen Laufbahn sollen die jungen Menschen in der Lage sein, bei naturwissenschaftlichen und technologischen Fragestellungen verantwortungsbewusst und -voll zu handeln. Auf eine Ausbildung oder ein Studium in allen Natur- und Ingenieurwissenschaften sollten sie ausreichend vorbereitet sein.

Dies erfordert einen Blick der naturwissenschaftlichen Fächer über ihren Tellerrand hinaus bzw. eine fächerübergreifende Zusammenarbeit - am besten in gemeinsamen Projekten. Dies kann auch in einem Fächerverbund geschehen, wie z. B. in den in manchen Bundesländern für die Jahrgänge 5 und 6 eingeführten Fächern „Nawi“, „Naturphänomene“ o. ä. In Zusammenarbeit mit dem VDI unterstützt der MNU die Erprobung des gemeinsam entwickelten Curriculums „Natur und Technik“ in Nordrhein-Westfalen.

Allerdings warnt der MNU explizit vor einem Unterricht fachfremden Personals sowie vor einer Kaschierung des Fachlehrermangels in den Fächern Physik und Chemie. Vielmehr bedarf ein fächerübergreifender Unterricht der soliden fachlichen und didaktischen Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals. Außerdem dürfen solche Fächerverbünde keinesfalls in den Jahrgängen oberhalb des sechsten Jahrgangs die eingeführten naturwissenschaftlichen Fächer ersetzen – allenfalls - wie das Fach „Natur und Technik“ in Baden-Württemberg ergänzen.

Der MNU vertritt als einziger Verband alle naturwissenschaftlichen Fächer und ist deswegen prädestiniert für den Blick über einzelne Fächer hinaus. Dieses gelang dem MNU in zwei Tagungen mit anschließenden Veröffentlichungen 2003 und 2004 – und erbrachte neben heftigen Diskussionen auch hohe Anerkennung.

Mit der Metapher der Brille, durch die man die Welt ansieht, wird die naturwissenschaftliche Sichtweise als Denk- und Arbeitsmodus zur Teilhabe an der menschlichen Kultur herausgehoben. Die naturwissenschaftliche Brille (Welterschließung) ermöglicht uns ein tief gehendes Verständnis von Vorgängen in der belebten und unbelebten Natur und erlaubt uns prinzipiell, in diese Vorgänge einzugreifen, sie produktiv zu nutzen und begründet, ihr gegenüber Haltungen zu entwickeln. Das Verstehen der Naturwissenschaften und das Erlernen fächerübergreifender Kompetenzen setzen allerdings das Vorhandensein gut ausgeprägter fachbezogener Kompetenzen voraus. 

Die Sicht- und Erschließungsweisen der Fächer müssen sich ergänzen, nicht widersprechen. Durch das Erleben und Erfahren der „Brillen“ anderer Fächer lernt man das allgemeine und spezifische naturwissenschaftliche Denken kennen und anwenden. Fachspezifische und fachübergreifende Bildung müssen diese Perspektivenwechsel fördern und dürfen dabei nicht, wie zum Beispiel durch den Gebrauch unterschiedlicher Begriffe stören. Deswegen zeigte der MNU 2004, wie die Fächer durch einheitlich definierte und benutzte Begriffe das Verstehen der Naturwissenschaften für die Lernenden fördern, ja erst ermöglichen können.

Arbeitsweisen wie das Beobachten und Beschreiben von Vorgängen und Versuchsabläufen, die Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten, das Modellieren von Phänomenen sowie das selbstständige Erarbeiten und Zusammenfassen von neuen Erkenntnisse müssen in den Fächern stringent und aufbauend erlernt werden und erfahren in fächerübergreifenden Projekten ihre vollkommene Anwendung. 

Deswegen beharrt der MNU auf einem jeweils zweistündigen fachspezifischen Unterricht ab dem Jahrgang 7, der fächerübergreifend erweitert werden muss.

Für die Sekundarstufe II fordert der MNU, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens zwei Naturwissenschaften belegen muss und dass die Möglichkeit gegeben ist, sein Abitur in zwei Naturwissenschaften abzulegen.

Zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit und Unterricht bietet der MNU für die Lehrkräfte in vielfältiger Weise Unterstützung an. Anregungen zur Entwicklung eines kompetenzorientierten Unterrichts, Beispiele für schüleraktivierenden Unterricht sowie Vorschläge für experimentelle Zugänge finden Interessierte bei den regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen und in den zahlreichen Veröffentlichungen unserer Fachzeitschrift.

Nur ein fachlich und didaktisch hochqualifiziertes Lehrpersonal ist diesen Anforderungen gewachsen schließlich geht es darum, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II an einer Weiterführung ihrer naturwissenschaftlichen Bildung interessiert sind und sich dafür gut gerüstet fühlen. Denkt man an die häufige Wiederholung der Forderung nach mehr Fachkräften in technischen Berufen, darf es eigentlich keine Frage sein, dass es in der Sekundarstufe II erweiterte Angebote auch fächerübergreifend für Physik, Chemie und Biologie geben muss. Nur auf diese Weise kann die Grundlage geschaffen werden, damit eine zunehmende Zahl an Absolventen ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium als interessant und machbar betrachtet.

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Matthias Kremer

MNU-Bundesvorstand

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