VC 16

Mit wenig Müh µ in das chemische Gleichgewicht (Das Chemische Gleichgewicht auf dem Prüfstand oder auch Warum Wolken nicht vom Himmel fallen)
Vortragende/r: Friedrich Holst
Institution:Universität Osnabrück Fachdidaktik Chemie
Datum:19. November 2018
Zeit:15:00 - 15:45 Uhr
Raum:11

Anmerkungen: Unter der Betreuung von Prof. Dr. Marco Beeken promoviere ich als externer Doktorand zu o.g. Thema. Mein Promotionsvorhaben passt gerade zur aktuellen Diskussion zum chemischen Gleichgewicht (MNU 2017 Tittel, Kremer, Fleischer, Jantz, Jungermann) - thermodynamische Herleitung oder sogar QM Herleitung des chemischen Gleichgewichts im Chemieunterricht.

https://www.chemie.uni-osnabrueck.de/forschung/didaktik_der_chemie_prof_dr_beeken/mitarbeiter.html

Abstract:

Die Protolyse von Essigsäure in Wasser oder die Esterbildung aus Ethansäure und Ethanol gelten als Schlüsselexperimente im gymnasialen Chemieunterricht - Experimente, die spontan ablaufen und der Hinführung des Massenwirkungsgesetzes dienen. Macht man sich die Mühe und berechnet die Änderung der Gibbsenthalpie ∆G für diese Vorgänge so gelangt man zu der Vorhersage, beide Vorgänge sind endergonisch und sollten daher nicht spontan ablaufen. In diesem Beitrag wird ein Teilaspekt eines Promotionsvorhabens vorgestellt, der diesen Widerspruch zum Anlass nimmt, um einen thermodynamischen Pfad zum Massenwirkungsgesetz ohne kinetische Herleitung aufzuzeigen. Verknüpfen wir Stoffumsatz und Energieumsatz einer chemischen Reaktion und betrachten diese als Prozess, so weist die Gibbsenthalpie G(x) in allen Gleichgewichtsreaktionen stets ein Minimum auf. Die Relevanz dieser thermodynamischen Sicht in der universitären Chemielehrerausbildung sowie in den länderspezifischen Kerncurricula für das Fach Chemie wird aufgezeigt. Einige Freihandexperimente (Klassiker des GGW) weisen auf weitere Verortungsmöglichkeiten im Chemieunterricht hin.