VB_05 - Sexualität, Epigenetik und Tumorforschung


Leiter: Ulf Erdmann
Datum: 19.11.2018
Dauer: 14:00 - 14:45 Uhr
Plätze:noch 99 Plätze frei
 
Bei den meisten amerikanischen Renneidechsen Cnemidophorus bestehen die meisten Popu-lationen aus Weibchen und Männchen. Diese paaren sich miteinander und vermehren sich durch zweigeschlechtliche sexuelle Fortpflanzung. Im Südosten der USA gibt es Rennechsen, deren Populationen nur aus Weibchen bestehen. Diese Rennechsen pflanzen sich einge-schlechtlich fort. Die Nachkommen entstehen aus unbefruchteten Eiern und sind Klone, also genetisch identisch mit ihren Vorfahren. Der Amazonen-Kärpfling Poecilia formosa gehört zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen. Von den Amazonenkärpflingen sind nur Weibchen bekannt. Sie entstanden ursprünglich durch Hy-bridisierung von Mexiko-Kärpflingen Poecilia mexicana mit dem Breitflossen-Kärpfling Poecilia latipinna. Für die Fortpflanzung benötigen die Kärpflinge Sperma von Männchen nah verwand-ter Arten, um die Entwicklung der bereits diploiden Eizellen anzuregen. Der Marmorkrebs war zunächst nur als Aquarienbewohner in Deutschland bekannt. Dabei handelt es sich um eine parthenogenetische Form der nordamerikanischen Flusskrebsart Pro-cambarus fallax aus Florida und Georgia. Mittlerweile ist der Marmorkrebs weltweit in ver-schiedenen Ländern als Neozoon etabliert. Aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate wird er als eine mögliche Bedrohung für die Bestände angestammter Arten betrachtet. Als besonders tückisch erweist sich dabei die hohe Anpassungsfähigkeit der Marmorkrebse durch epigeneti-sche Mechanismen. Aufgrund seiner klonalen Vermehrung kann der Marmorkrebs auch Per-spektiven für neue Forschungsansätze in der Tumorforschung öffnen.