Faszination Naturwissenschaft und Technik
Bildungsaufenthalt im Deutschen Museum 2026
Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen der Wissenschaft und Technik. Vom 15. bis 20. Juni fand im Kerschensteiner Kolleg des Deutschen Museums ein spannender Bildungsaufenthalt der Preisträger/innen von Jugend forscht statt. Der Landesverband Rheinland-Pfalz des MNU bot den 14 Teilnehmenden (Abb. 1) dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Berdelle-Hilge-Stiftung die Möglichkeit, das Deutsche Museum in München intensiv zu erkunden. Unter der Leitung von Dr. Alexander Hug, Kathrin Schmengler und René Laux erlebten die Stipendiat/inn/en eine Woche voller Entdeckungen und faszinierender Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften und Technik.

Abb. 1: Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger
Ankunft und erste Eindrücke
Nach der Ankunft im Kerschensteiner Kolleg und der herzlichen Begrüßung durch die Organisatorin Regina Kratzer, fand eine erste Orientierung im Museum durch Dr. Alexander Hug statt. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden die ersten Eindrücke der Stadt gesammelt und die Vorfreude auf die kommenden Tage geweckt. Anschließend nahmen die Teilnehmenden an einer Stadtführung durch das Zentrum von München teil.
Erkundung der neuen Ausstellungen
Der Dienstag startete mit einer umfassenden Übersichtsführung durch die sog. neuen Ausstellungen des Deutschen Museums. Dr. Alexander Hug führte die Gruppe durch die beeindruckenden Sammlungen, die von der Geschichte der Technik bis hin zu den neuesten Entwicklungen in der Wissenschaft reichen. Ein besonderes Highlight des Tags war am frühen Nachmittag der Besuch der Future-Box, wo innovative Technologien und deren Anwendungen vorgestellt wurden. Die Stipendiat/inn/en hatten die Möglichkeit moderne Exponate aus der Wissenschaft mit Hilfe einer KI als Gesprächspartner zu verstehen (z. B. ein Quantencomputer). Außerdem durfte jeder eine spannende Reise um die Erde mit einer VR-Brille (Abb. 2) machen.
Abb. 2: Erkundung der Erde mit VR-Brillen im Rahmen der Ausstellung „Future Box“
Im zweiten Teil des Nachmittags stand die Abteilung Musik auf dem Programm. Anna Schamberger, Expertin und gelernte Orgelbauerin, entführte die Teilnehmenden in die Welt der Tasteninstrumente. Mit musikalischen Beispielen und der Möglichkeit, selbst Kirchenorgel zu spielen, wurde die Faszination für die Musik greifbar. Zur Entspannung ging es am Abend in ein Freizeitbad.
Gesundheit und Optik im Fokus
Der Mittwoch begann mit einer Führung durch die Abteilung Gesundheit, geleitet von dem Abteilungskurator Dr. Florian Breitsameter. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die menschliche Anatomie und die Entwicklung medizinischer Technologien.
Im Anschluss folgte am Nachmittag eine spannende Führung durch die Abteilung Optik, bei der Harald Waßmer die Funktionsweise von Mikroskopen erläuterte. Die Möglichkeit, die Arbeitsweise eines Rasterelektronenmikroskops zu verstehen, sorgte für Begeisterung und regte zu zahlreichen Fragen an.
Am Abend besuchte die Gruppe die Volkssternwarte München. Bei einem Planetarium-Besuch und der Besichtigung von Teleskopen auf dem Dach konnten die Teilnehmenden die Sterne hautnah erleben und mehr über die Astronomie lernen.
Kryptographie, Landwirtschaft und das Science Center
Der Donnerstag stand zu Beginn ganz im Zeichen der Kryptographie. René Laux und Dr. Alexander Hug führten die Gruppe durch die Abteilung Bild, Schrift, Codes. Hier wurden klassische Verschlüsselungsverfahren und die Geschichte der Kryptographie anschaulich erklärt. Ein interaktives Rätselspiel in drei Schwierigkeitsgraden, das von René Laux, einem Studenten der Universität Koblenz im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickelt wurde, ermöglichte es den Teilnehmenden, ihr Wissen aktiv anzuwenden.
Zudem führte René Laux die Teilnehmer am Mittag durch die Abteilung Landwirtschaft (Abb. 3) . Da er aufgrund des Nebenerwerbs im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb die passende Expertise besitzt, konnte er interessante Einblicke in das Thema geben.
Abb. 3: Führung durch die Abteilung Landwirtschaft durch René Laux
Am Nachmittag besuchten die Stipendiat/inn/en das Science-Center in Freising. Der Leiter Kim Ludwig-Petsch inspirierte alle zu Beginn mit kleinen überraschenden Experimenten. Unter anderem zeigte er, wie mit Hilfe einer normalen Feder das Geräusch der Laserpistolen aus Star Wars erzeugt wird. (Abb. 4) Danach nutzten alle die Möglichkeit, vielfältige Experimente aus dem Bereich der Physik und Mathematik selbst durchzuführen.
Abb. 4: Besuch des Science-Centers in Freising
Schwerpunkt Chemie
Am Freitag folgte eine Führung durch die Abteilung Chemie, bei der Jan-Malte Pixius, der 2019 selber Preisträger des rheinland-pfälzischen MNU-Stipendiatenkurses war, die Teilnehmenden in die Welt der chemischen Reaktionen und deren Anwendungen mitnahm. So wurden u. a. chemische Verfahren, die aus dem Unterricht bekannt sind, thematisiert. (Abb. 5) Viele spannende Ergänzungen brachte er durch seine eigenen Beiträge in Form von kurzen Videofilmen aus dem Masterstudium in Chemie ein, wo er mit hochreaktiven Substanzen im Labor arbeitete. Die beeindruckenden Experimente und die anschaulichen Erklärungen hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung im Museum und wurde u. a. genutzt, um die Außenstelle Verkehrszentrum in der Nähe der Theresienwiese zu besuchen.

Abb. 5: Jan-Malte Pixius berichtet aus der Praxis
Abschied und Rückblick
Der letzte Tag begann mit der Räumung der Zimmer und einer letzten Möglichkeit, das Museum zu erkunden. Die Teilnehmenden konnten die verschiedenen Abteilungen noch einmal auf eigene Faust besuchen, bevor sie am Nachmittag die Heimreise antraten.
Der Bildungsaufenthalt im Deutschen Museum 2026 bot den Stipendiat/inn/en nicht nur die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen, sondern auch, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen. Die Woche war geprägt von spannenden Entdeckungen, lehrreichen Führungen und unvergesslichen Erlebnissen, die die Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik nachhaltig fördern werden.
Der MNU Rheinland-Pfalz bedankt sich bei der Berdelle-Hilge-Stiftung für die langjährige und großzügige Unterstützung des Stipendiatenprojekts Deutsches Museum. Es ist der wichtigste Baustein in dem Projekt, der die Reise überhaupt möglich macht.
[Kathrin Schmengler & Dr. Alexander Hug]

