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"Ein runder Geburtstag wird gefeiert – 100 Jahre Deutsches Museum München"

Bericht über das Reisestipendium Deutsches Museum München 2025 des Landesverbands Rheinland-Pfalz des MNU e. V.

Am 30.06.25 war es wieder soweit, dass Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs „Jugend forscht“ nach München aufbrachen, um an einer mehrtägigen Exkursion am Deutsche Museum, das dieses Jahr seinen 100.-ten Geburtstag feiert (Abb. 1), teilzunehmen. Mit dieser Fahrt, die dank der großzügigen Unterstützung der Berdelle-Hilge-Stiftung möglich ist, wurden ihre herausragenden Leistungen gewürdigt (Abb. 2). Die Kursleitung lag wieder in den Händen von Dr. Alexander Hug, der von Prof. Dr. Martin Bracke (Universität Koblenz) und Oliver Seeberger (MNU Bundesgeschäftsführer) begleitet wurde. 

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Abb. 1: 100 Jahre Deutsches Museum München

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Abb. 2: Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger

Leider stand der Beginn dieser Fahrt aufgrund eines vollständigen Zugausfalls der Deutsche Bahn unter einem schlechten Vorzeichen. Die Gruppe reiste letztendlich mit getrennten Zügen aus Koblenz und aus Mannheim an und kam am späteren Nachmittag erschöpft, aber zufrieden im Kerschensteiner Kolleg, der Unterkunft im Deutschen Museum, an. Nach einer kurzen Einführung zum Museum und dem Kolleg durch eine Mitarbeiterin der Abteilung Bildung war noch etwas Zeit, im Rahmen einer Orientierungsführung durch den Kursleiter erste Museumsluft zu schnuppern. Mit Anmerkungen und Anregungen im Haus wurde zuerst einmal das Interesse für die nächsten Tage geweckt. Nach einer leiblichen Stärkung in einem indischen Restaurant in Museumsnähe lud der Abend zu einem kleinem Stadtrundgang ein, wobei Dr. Hug es sich nicht nehmen ließ, an einigen Stellen Erläuterungen zur Stadt und Stadtgeschichte zu geben. 

Nach dem ausgiebigen Frühstück begann der erste Tag mit der obligatorischen Übersichtsführung durch den Kursleiter, in deren Rahmen alle Ausstellungsflächen einmal begangen wurden. Abteilungen, in denen keine weiteren Programmpunkte für die Woche vorgesehen sind, wurden teilweise auch ausführlicher vorgestellt. Nach gut zwei Stunden hatten die Schüler/-innen nun die Möglichkeit, das Museum auf eigene Faust weiter zu erkunden. Am Nachmittag gab es noch eine einstündige Vorstellung des Bereichs „Kryptographie“ innerhalb der Abteilung „Schrift Zeichen Code“, bei der der Kursleiter einerseits klassische Verfahren der symmetrischen und der asymmetrischen Verschlüsselung behandelte und andererseits die Verschlüsselung mit der Maschine „Enigma“, ergänzt um den historischen Kontext des 2. Weltkriegs und der Person Alan Turings, vorstellte (Abb. 3). Als Option bestand die Möglichkeit, einen Bound, der von einem Studenten der Universität Koblenz im Rahmen seiner Bachelorarbeit für diese Abteilung erstellt worden ist, zu spielen, um sich mit den Exponaten noch aktiv zu beschäftigen. (Bei einem Bound handelt es sich um eine Art Rätsel, der ähnlich einem Escape-Room-Spiel alleine oder im Team mit Hilfe eines digitalen Endgeräts unter Verwendung der App „Actionbound“ gespielt werden kann.) Ursprünglich war geplant, an diesem Abend sich durch einen Besuch in einem Münchener Freizeitbad, von den heißen Temperaturen des Tags abzukühlen. Aber bei Ankunft vor Ort bat ein Schild um Verständnis für die frühere Schließung am Nachmittag aufgrund von Personalmangel. Mit einer Enttäuschung wurde unverrichteter Dinge wieder die Rückreise angetreten und der Abend, bei milderen Temperaturen gegenüber dem Nachmittag, am Isar-Ufer verbracht. 

Abb_3.jpgAbb. 3: Nicht alle Rätsel konnten in der Kryptographie-Abteilung auf Anhieb geknackt werden

Der zweite Tag begann am Vormittag mit einer kurzen Führung durch Dr. Hug in der Abteilung „Chemie“. Neben der Besichtigung historischer Nachbauten früherer Laboratorien wurde das Prinzip der Ausstellung erläutert, sodass die Schüler/-innen sich nun die Themengebiete wie Kunststoffe, Lebensmittel und Landwirtschaft, Baustoffe und Analytik selber erschließen konnten. Ein besonderes Highlight dieser Abteilung ist der original Labortisch von Lise Meitner und Otto Hahn, an dem sie die Kernspaltung erforscht und dokumentiert haben. Der Nachmittag des Tags wurde in der Abteilung Optik verbracht. Ausgehend von den Anfängen der Mikroskopie führte der Museumsmitarbeiter Harald Wasmer in lebendiger Art und Weise unter Einbezug des Kurses in die Technik der Mikroskope und speziell des Rastertunnelektronenmikroskops ein. Nach weit über 2,5 Stunden wurde der Kurs entlassen und wenige sehr interessierte Teilnehmenden ließen sich weitere Funktionen und Techniken noch bis zur Schließung des Museums erklären. Herr Wasmer zeigte sich über das Interesse und die Wissbegierigkeit der Schüler/-innen sehr erfreut, sodass er am Ende dankenswerterweise ganze vier Stunden für die Jugendlichen und ihre Fragen aufbrachte. Der Abend stand den Schüler/-innen zur freien Verfügung und wurde in Kleingruppen gestaltet.

Der Donnerstag begann zuerst mit freien Erkundungen in den Museumsabteilungen bis am späten Vormittag die Führung „Energie und Motoren“ auf dem Programm stand. Fabian Moosbauer erläuterte ausführlich an einigen Objekten deren Funktions- und Arbeitsweisen (z. B. Kaplan-Turbine oder Pelton-Turbine) und präsentierte stolz den ersten Dieselmotor, den Rudolf Diesel eigenständig gebaut hatte (Abb. 4). Der Nachmittag stand wieder für Eigenstudien der Schüler/-innen zur Verfügung, bevor am Abend der Besuch der Volkssternwarte auf dem Programm stand. Neben des Planetariumsbesuchs und einer ausführlichen Einführung in die Astronomie konnten auf dem Dach der Sternwarte auch die Teleskope besichtigt werden.

Abb_4.jpgAbb. 4: Führung durch die Abteilung „Energie und Motoren“

Der Freitagvormittag wurde entweder für eigene Studien vor Ort oder zum Besuch der Flugwerft in Oberschleißheim, einer Außenstelle des Deutschen Museums, genutzt. Am Nachmittag stand als weiterer Höhepunkt der Woche der Besuch der Abteilung „Musik“ auf dem Programm. Frau Anna Schamberger, die gelernte Orgelbauerin und Expertin der Abteilung ist, führte in unterhaltsame und spannende Art und Weise in die Geschichte und Theorie der Tasteninstrumente ein, wobei die Orgel natürlich im Mittelpunkt stand. Mit einigen musikalischen Beispielen stellte sie ihre Virtuosität unter Beweis, bevor auch Schüler/-innen die Möglichkeit gegeben worden ist, das Orgelspiel zu testen. Der Versuch einem Alphorn Töne zu entlocken, wurde von einigen Teilnehmenden mit Bravour gemeistert (Abb. 5). Der letzte Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen bei einem Italiener am Viktualienmarkt begonnen und endete in einem Muffat-Biergarten in Museumsnähe.

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Abb. 5: Es ist gar nicht so leicht, dem Alphorn einen Ton zu entlocken

Zu Beginn mussten an dem Samstagvormittag zuerst die Zimmer geräumt werden, bevor noch ein letztes Mal die Möglichkeit bestand, Museumsluft zu schnuppern. Aufgrund des gleichzeitig stattfindenden „Festival der Zukunft“ in der vergangenen Woche gab es an dem Wochenende entlang des Isarufers vor dem Museum auch Info-Stände, diverse Aktivitäten und Workshops, die besucht werden konnten. Aber gegen 13.30 Uhr musste dann doch die Heimreise angetreten werden, die im Gegensatz zur Hinreise unproblematisch ablief. Am Ende konnten die Teilnehmenden auf eine spannende, interessante und lehrreiche Woche am Deutschen Museum München zurückblicken. 

[Dr. Alexander Hug]

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