Am 16.10.2025 erschien zum 3. Mal der IQB-Bildungstrend. Er prüft das Erreichen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in der Sekundarstufe I. Die Ergebnisse für Niedersachsen sind alamierend.
37,1% der Neuntklässer*innen in Niedersachsen erreichen die Mindeststandards in Mathematik nicht. Auch in den Naturwissenschaften zeigen sich deutliche Defizite: 26,3% scheitern in Chemie, 18,2% in Physik und 11,8% in Biologie – ein klares Signal für fehlendes Fachwissen. Damit gehört Niedersachsen zu den Schlusslichtern.
Dazu meint Dr. Mathias Trauschke, Vorsitzender des MNU- Landesverbandes Niedersachsen: „Diese Zahlen sind ein Weckruf. Wenn fast vierzig Prozent der Jugendlichen in Mathematik die Mindeststandards verfehlen, dürfen wir nicht länger abwarten. Niedersachsen braucht endlich eine landesweite Strategie zur Stärkung der MINT-Bildung - von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II."
Trotz besorgniserregender Zahlen aus dem IQB-Bildungstrend bleibt Niedersachsen ohne verbindliches Bildungsmonitoring, so dass niemand weiß, wo unsere Schüler*innen wirklich stehen. MNU-Niedersachsen forderte bereits im Februar 2024 ein besseres Bildungsmonitoring mit klaren Analysen von Lern- und Verständnisschwierigkeiten. Das Kultusministerium zeigte sich zunächst offen, konkrete Reaktionen blieben jedoch aus. Stattdessen bleibt alles beim alten: Niedersachsen nimmt weiterhin nicht einmal an den bundesweiten Vergleichsarbeiten (VERA) teil – entscheidende Daten zur Lernentwicklung fehlen.
Der MNU fordert für eine starke MINT-Bildung deshalb:
- Ein Drittel der Stundentafel gehört MINT (aktuell 24%).
- Klare Fächer – klare Kompetenzen; fachspezifischer Unterricht in allen Schulformen
- Bildungsgangbezogene Lehrpläne: weniger Überfrachtung, adressatengerechte Inhalte und Kernkompetenzen

