Liebe MNU-Mitglieder, liebe Interessierte,
wie sollte die Bildung eines Menschen, soweit sie auf Naturwissenschaften bezogen ist, heute aussehen? Wie sollte der Unterricht gestaltet sein, der zu diesen Ergebnissen führt?
Unsere Vorschläge dazu finden Sie hier im "Gemeinsamen Referenzrahmen für Naturwissenschaften" (GeRRN).
Sie sind eingeladen, sich an der Diskussion darüber zu beteiligen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn Sie eine Textpassage markieren, erscheint rechts ein + - Zeichen, das beim Anklicken ein Kommentarfeld öffnet. Auch Kommentare von anderen sind so zu kommentieren.
Sie können aber auch am Ende der englischen Fassung eine Stellungnahme eintragen.
Wenn störende Änderungsvorschläge erscheinen, klicken Sie bitte in der Kopfleiste auf „Kommentare“ und dann auf „Kommentieren“.
Wir wünschen uns eine rege Diskussion unseres Vorschlags.

Dear colleagues,
Here, below the German text, you find our suggestion as to what scientific education should be like today. We invite you, to take part in the discussion about the "Common Framework of Reference for the Natural Sciences" (CoFReNS, in German: GeRRN).
Please, comment or add your statements. There are two possibilities: If you mark a text passage, appears a + - sign on the right.There you can open a comment field.
You can put a statement at the end of the text, too.
We hope, there will be an active discussion of our suggestion.


Kommentare  

# Martin Ernst Kraus 2018-02-06 08:41
2018-01-24 11:13
Liebe MNU-Kolleginnen und Kollegen,

in der Schrift zum Referenzrahmen Naturwissenschaften wird zu Diskussionsbeiträgen aufgerufen; diese Debatte sollte eine hohe Priorität genießen.

Die Idee zum GeRRN finde ich bestechend: um mit den Sprachen gleichzuziehen, wird ein Pendant entwickelt. Ebenso halte ich es für wichtig, dass auch mittlere Referenzniveaus definiert werden - diese Aufgabe hat meines Wissens bisher kein Kerncurriculum geleistet. Und vielleicht kann ein europäischer Ansatz ja auch die fruchtlose deutsche Kleinstaaterei eingrenzen.

Das grundsätzliche Anliegen erscheint mir auch gut umgesetzt, indem für die Physik mit den Bereichen Materie (inkl. Atom- und Kernphysik), "Theorie" (anhand der Mechanik) und elektrischer Energie wichtige Domänen abgedeckt sind.

Im Folgenden werde ich argumentieren, dass der Referenzrahmen aber eine ungünstige Schlagseite zugunsten der physikalischen Konzepte aufweist. Damit erhalten die wesentlichen Fachmethoden: (a) Experimentieren, (b) Modellieren und (c) Mathematisieren ein zu geringes Gewicht.
Ich werde in den nachfolgenden Beiträgen jeweils diese Fachmethoden erläutern und durch Verbesserungsvorschläge im Detail einzugliedern versuchen. Doch auch schon jetzt lässt sich an den Operatoren ablesen, dass die eigentliche Handlungsebene nur selten erreicht wird: 13-fach sollen die Lerner nur "beschreiben", 4x "erklären/erläutern", nur 4x berechnen und 3x experimentell bestimmen. Hier fehlen klarere Positionierungen - in jedem Teilbereich sollte man experimentieren und berechnen, und es muss auch klar benannt werden, wann man modellieren soll.
In einer Revision müssen also die Operatoren systematisch geprüft werden; Ziel muss es sein, die Fachmethoden (a)-(c) entsprechend ihrem Stellenwert als Referenz festzulegen.

Mit freundlichen Grüßen,
Martin Ernst Kraus
Fachleiter Physik STS Göttingen
Antworten
# Kremer Matthias 2018-02-06 08:57
Lieber Herr Kraus,
vielen Dank für die positive Rückmeldung zu unserer Idee! Ihre Kritik an den Operatoren kann ich nachvollziehen. Hier sollten wir gemeinsam nacharbeiten. Die "Schlagseite", die Sie zuungunsten der Fachmethoden ausmachen, ist meines Erachtens aber Folge unseres Ansatzes. Er wird im Kapitel 01 so beschrieben:
"Auf den ersten Blick könnte der GeRRN wie ein Bildungsplan für verschiedene Schularten verstanden werden. Dies soll er aber gerade nicht sein. Mit dem GeRRN wird ein neuer Ansatz gewählt: Er gibt nicht wie ein Lehrplan vor, was im Unterricht gelernt und welche Kompetenzen erworben werden sollen, sondern hält fest, was nach unserer (zu diskutierenden) Setzung an naturwissenschaftlichen Kompetenzen in unserer Gesellschaft vorliegen soll, gestuft nach fünf verschiedenen Niveaustufen."
Behelfsmäßig haben wir uns bei der Zusammenstellung der Listen z. B. für die Niveaustufe B1 immer wieder gefragt, was ein 45-jähriger Busfahrer nach unserem Dafürhalten zu diesem Bereich wissen und können sollte. Fachmethoden bekommen so einen geringeren Stellenwert als im Unterricht. Dieser wird erst im nächsten Schritt betrachtet, der auf den GeRRN folgen muss.
Diese Diskussionen wünschen wir uns.
Matthias Kremer
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